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Axel Kutsch

VITA

Axel Kutsch

"Axel Kutsch wurde 1945 in Bad Salzungen in Thüringen geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend im rheinländischen Stolberg bei Aachen, das später auch zum Vorbild für Vieles in seinem zweiten Lyrikband „Aus einem deutschen Dorf“ wurde.
Für Literatur, für Gedichte, Romane und fürs Theater interessierte er sich schon früh, schrieb bereits als Schüler erste Texte, machte sich aber keine Illusionen darüber, als Schriftsteller ohne einen Brotjob auskommen zu können, weshalb er nach wechselnden Beschäftigungen 1969 ein Volontariat bei den Aachener Nachrichten antrat und zwei Jahre später abschloss. Bis 1999 arbeitete er bei unterschiedlichen Tageszeitungen in der Region als Redakteur, bevor er in Frührente ging, um sich ganz seiner Arbeit als Autor und Herausgeber zu widmen.
Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich längst überregional einen Namen gemacht, war eine feste Größe der deutschen Lyrikszene, und seine Gedichte bereits in zahlreiche Sprachen übersetzt. In den späten Fünfzigern hatte er begonnen, Gedichte, Kurzprosa und Hörspiele zu verfassen. Eine erste kleine Sammlung publizierte er 1974 unter dem zurückhaltenden Titel „Vorläufiges“ im Selbstverlag.
Bis 2015 sollten zwölf Sammlungen mit Gedichten erscheinen, ab den frühen Neunzigern vorwiegend im Verlag Ralf Liebe in Weilerswist. Mit dem Verleger Ralf Liebe verbindet ihn bis heute eine enge Freundschaft, die auch dazu führte, dass Axel das Lyrikprogramm des Verlages mit gestaltete, Autorinnen und Autoren vermittelte und Bücher lektorierte. Axels Hauptinteresse war es nie, sich selbst zu vermarkten. Andere Autoren zu entdecken, wieder zu entdecken und zu fördern, war ihm ein Anliegen, das er mit Leidenschaft verfolgte.
Diese Leidenschaft fand ihren Ausdruck in den insgesamt sechsundvierzig Anthologien, die er seit 1983 herausgegeben hat, beginnend mit „Die frühen 80er. Lyrik und Prosa“ bis zum 2022 erschienenen fünfzehnten Band seiner Reihe „Versnetze“. Wer heute im Detail nachvollziehen will, wie sich die deutschsprachige Lyrik in den letzten vier Jahrzehnten entwickelt hat, wer auf der Suche nach Autorinnen und Autoren ist, die längst vergessen sind, wird hier fündig. In Axels Anthologien, die er mal thematisch offen, mal mit inhaltlicher Vorgabe konzipierte (zum Beispiel Kurzgedichte, Zeitgedichte, Kriminalgedichte, Goethe-Parodien oder Horror-Gedichte), versammeln sich neben jungen und noch unbekannten Namen auch Größen wie Günter Kunert, SAID, Ulrike Draesner und unzählige weitere. Unermüdlich hat er gesammelt, ausgewählt, publiziert, und das stets mit offenem Ohr in alle Richtungen. Entstanden ist dabei ein viele tausend Seiten und fast ein halbes Jahrhundert umfassendes Gedichte-Archiv, das ergänzt wird durch Bände, in denen Axel der zeitgenössischen Lyrik auch Klassiker zur Seite stellt und so einen noch größeren Bogen schlägt.
Axels eigene in seinen Büchern und mehreren hundert Anthologien und Literaturzeitschriften erschienenen Gedichte behandelte er selbst oft eher stiefmütterlich."
[aus: "Am Rande der Sprache steht ein Gedicht", Vorwort der Herausgeber]
Axel Kutsch verstarb im Juli 2025 im Alter von 80 Jahren.

PUBLIKATIONEN

Einzeltitel
Vorläufiges, 1974
Aus einem deutschen Dorf und andere Gedichte, 1986
In den Räumen der Nacht. Mit Fotografien von Rüdiger Axel Westphal, 1989
Stakkato. Verlag Landpresse, Weilerswist 1992
Zerbissenes Lied. Verlag Landpresse, Weilerswist 1994
Einsturzgefahr. Gedichte. Verlag Landpresse, Weilerswist 1997
Wortbruch. Neue Gedichte. Mit Illustrationen von Franz Peters. Verlag Landpresse, Weilerswist 1999
Fegefeuer, Flamme sieben. Ausgewählte Gedichte 1985–2005. Mit Graphiken von Karl-Friedrich Hacker. Hrsg. von Theo Breuer. Edition Bauwagen, Itzehoe 2005
Ikarus fährt Omnibus. Gedichte. Verlag Landpresse, Weilerswist 2005
Stille Nacht nur bis acht. Silver-Horse-Edition, Marklkofen 2006
Versflug. Ausgewählte Gedichte 1974 bis 2015. Verlag Ralf Liebe, Weilerswist 2015
Am Rande der Sprache steht ein Gedicht. Das lyrische Werk 1969–2022. Verlag Ralf Liebe, Weilerswist 2023

Als Herausgeber (Auswahl)
Keine Zeit für Lyrik?, 1983
Ortsangaben, 1987
Wortnetze I – III, 1989–1991
Zacken im Gemüt. Lyrik der 90er Jahre, Verlag Landpresse 1994
Der Mond ist aufgegangen. Deutschsprachige Gedichte mit Mond vom Barock bis zur Gegenwart, Verlag Landpresse 1995
Jahrhundertwende. Deutschsprachige Gedichte der Gegenwart, Verlag Landpresse 1996
Reißt die Kreuze aus der Erden! Lyrik in den Zeiten der Revolution von 1848, Verlag Landpresse 1998
Der parodierte Goethe, Verlag Landpresse 1999
Blitzlicht. Deutschsprachige Kurzlyrik aus 1100 Jahren, Verlag Landpresse 2001
Städte. Verse. Deutschsprachige Großstadtlyrik der Gegenwart, Verlag Landpresse 2002
Zeit. Wort, Verlag Landpresse 2003
Spurensicherung. Justiz- und Kriminalgedichte – mit Amir Shaheen, Verlag Landpresse 2005
An Deutschland gedacht. Lyrik zur Lage des Landes, Verlag Ralf Liebe 2009
Fährten des Grauens. Deutschsprachige Grusel- und Horrorgedichte, Verlag Ralf Liebe 2021
Versnetze. Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart, Verlag Ralf Liebe 2008–2022

IM VERLAG SIND ERSCHIENEN

PRESSESTIMMEN

Das Flensburger Tageblatt bezeichnete Axel Kutsch nach Erscheinen seines Lyrikbandes "Einsturzgefahr" (1997, Verlag Landpresse) als "satirisches Talent". Der Deutschlandfunk meinte, daß seine Gedichte "ironisch gebrochen soziale Mißstände zeigen, ohne deshalb der Illusion zu erliegen, mit Lyrik die Welt verbessern zu können". Der Kölner Stadt-Anzeiger bescheinigte dem Autor "behutsamen bis drastischen Witz" und "eine liebenswürdige Art von Subversität".In seinem neuen Gedichtband "Wortbruch" spielt Axel Kutsch mal ironisch-satirisch, mal witzig-subversiv mit der Gattung Lyrik, mit Themen, Formen, Sprache und Traditionen deutschsprachiger Poesie. Sollte dabei der eine oder andere Text Vergnügen bereiten, so wäre das durchaus im Sinne des Verfassers.
Flensburger Tageblatt

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