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Manfred Enzensperger

und wenn du aus dem haus gehst ist dort der tag

Gedichte 1998 - 2108

Genre: Lyrik
Seiten: 336
ISBN: 978-3-944566-78-8
Bemerkung mit einem Nachwort von Ilma Rakusa

EUR 24,00

Anzahl

"Manfred Enzensperger begann erst mit dreißig Jahren Gedichte zu schreiben und veröffentlichte seinen ersten Lyrikband, «Sperrbezirk», 1999. Studiert hatte er Anglistik, Germanistik und Erziehungswissenschaft in Köln, Cambridge und an der Yale University in New Haven, um sich später der Lehrtätigkeit zu widmen. Aber eben nicht nur. Als aufmerksamer Leser von Poesie verwandelte er sich in einen Lyriker, der seine präzise Beobachtungsgabe in ebenso präzise Worte umzusetzen wusste. Anfänglich experimentierte er mit visuellen Gedichten, die an Ernst Jandl oder Gerhard Rühm denken lassen, führte Zwiesprache mit Friederike Mayröcker, deren Liebeslitanei «wie ich dich nenne / wenn ich an dich denke / und du nicht da bist» er paraphrasierte, doch mit jedem Band – und es sind mittlerweile sieben – fand er mehr zu sich und seiner Sprache.
Die Enzenspergersche Sprache ist spröd und poetisch, verbindet Abstraktes mit Konkretem, findet Haltepunkte in Orts-, Personen- und Produktenamen und scheut es nicht, linguistische Begriffe wie Protagonisten zu behandeln. Weil das Sprachbewusstsein selber zu Wort kommt, mithin das sprachliche Tun sich meist nicht im performativen Akt erschöpft, sondern mitreflektiert wird. Die Gedichte mögen von Städten, Liebe oder Vereinzelung handeln, von Landschaften, Erinnerungssplittern oder Alltagsszenen, von Migranten, medialen Katastrophen oder gesellschaftlicher Verbürokratisierung, die Sprache liefert nicht nur zu, sie ist Akteur und verblüfft. Widerspiegelungseffekte sind unerwünscht, flüssiges Lesen verbietet sich. Denn Enzensperger reiht nicht Bild an Bild und Gedanken an Gedanken, er schneidet und montiert, erlaubt sich Einblendungen und kühne Assoziationssprünge - und schlägt so Funken aus dem Sprachmaterial." aus dem Nachwort von Ilma Rakusa

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