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Vier Viertel Leben

Die Biographie von Tomáš Kosta

Genre: Sachbuch/Essay
Seiten: 208
ISBN: 978-3-944566-23-8
Bemerkung

EUR 20,00

Anzahl

Tomáš Kosta wurde in Prag als Sohn einer linksorientierten jüdischen Familie geboren. Als 17jähriger wurde er nach Theresienstadt und später in die Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald deportiert. Gegen Kriegsende floh er aus einem Todestransport. Wie durch ein Wunder überlebte er die Ansteckung durch Typhus.
Gleich nach dem Krieg trat er in die Kommunistische Partei ein und wurde überzeugter Marxist. Seine gerade begonnene Karriere wurde durch die Verhaftung des Vaters und schließlich auch der Mutter unterbrochen, die Opfer der stalinistischen Prozesse während der fünfziger Jahre wurden. Mitte der sechziger Jahre schloss er sich dem Reformflügel der Kommunistischen Partei an und wurde stellvertretender Geschäftsführer im Verlag Svoboda. Im Jahre 1968 wurde er zu dessen Direktor ernannt. Nach der sowjetischen Invasion emigrierte er mit seiner Familie über die Schweiz nach Westdeutschland.
Im Jahre 1970 wurde er Geschäftsführer des Bund-Verlages, der unter seiner Leitung zu einem geachteten und wirtschaftlich erfolgreichen Verlag wurde. Die Freundschaften mit Heinrich Böll und Günter Grass führten ihn in die Kreise deutscher Intellektueller und führten zur Herausgabe der politisch-literarischen Zeitschrift ‚L’. Als Herausgeber unterstützte Kosta die osteuropäische Dissidentenliteratur und gehörte zu den aktiven Mitgliedern des tschechischen Exils.
Seit dem Zusammenbruch des Kommunismus lebt er abwechselnd in Prag und in Frankfurt und engagiert sich vor allem auf dem Gebiet der deutsch-tschechischen Aussöhnung.
In unermüdlichem Kampf dafür, dass so etwas wie der Holocaust nie wieder passieren darf, wirkt der ehemalige Häftling in Theresienstadt nun als Vorstandsvorsitzender der „European Shoa Legacy Institution“, die auf den Maximen der „Theresienstädter Erklärung“ (Teresin Declaration) von 2009 gründet.

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