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Matthias Buth

Zwischen mir und vorbei

Gedichte

Genre: Lyrik
Seiten: 160
ISBN: 978-3-935221-77-1
Bemerkung mit einem Vorwort von Jiri Grusa; gebunden, Leinen, Fadenheftung, Lesebändchen

EUR 18,00

Anzahl

Gedächtnis

Der leprakranke Turm
Hat seine Glocken abgeworfen und
Torkelt zum Bahnhof Zoo
Seit Jahren
Tauben befliegen den Wind
Den die gehöhlte Rosette sammelt
Der Stein glüht aus
Seit 19hundertwilhelm


Wie in seinen vorangegangenen vier Gedichtbänden seit 1974 erweist sich Matthias Buth als Meister der sprachlichen Reduktion, als poetischer Pointilist ersten Ranges. Er versteht es, Themen der Geschichte – ob in Deutschland, Böhmen, Polen, Rußland, Rumänien oder Afrika – ebenso zu chiffrieren und so dem Leser ins Auge zu legen wie in die Abgründe und Vergeblichkeiten der Gegenwart hinunterzuloten. Sprachrhythmus und vielschichtige Metaphorik verbinden sich miteinander und machen den 160 Seiten starken Lyrikband zu einem literarischen Ereignis. Hier wird die Welt so durchmessen, wie es nur Poeten können – im federnden Versmaß der Dichtung.

Aus dem Vorwort von Jiri Grusa:
Buths Wegmarken sind zahlreich aber benennbar: Berlin und Wien, Schlesien und Siebenbürgen, eine Kirche in Rothberg, ein Markplatz in Hermannstadt – um einige herauszugreifen. Alles atmet Geschichte, hat Vergangenheit. Ihr beschreibbarer Mangel an Zukunft rührt vom Glanz ferner Zeiten her. „Die Batterien halten noch“, aber wie lange? Vergeblich sucht man die unbeschwerte Heiterkeit und Sonne, die dem Menschen von heute freundlich schiene. So benennen die Gedichte Buths vieles, ihr Zentrum haben sie jedoch im Unbenennbaren. Demjenigen, was sich entzieht, was man ersehnt.
Was zeigt sich in diesen Gedichten? Der Entzug. Die Sehnsucht nach Fülle des Tages, nach Ankunft und Bleibe. Insofern sind sie romantisch, ihre neue Mythologie kennt jedoch keine Götter mehr, Priester breiten ihre Arme aus und trösten ihren Gott… „bis auch er nicht mehr kommt“.

PRESSESTIMMEN

Die Sprachbilder von Matthias Buth sind (…) oft von schlichter Schönheit. (…) Er bringt damit Worte in einen ungewöhnlichen Zusammenhang, vermeidet abgegriffenen Formeln mit sicherem Gespür. Damit bietet Matthias Buths Gedichtband "Zwischen mir und vorbei" mancherlei Entdeckungen für Leser, die den Sinn für sprachliche Glücksgriffe mitbringen.
Kölner Stadt-Anzeiger/Bergisches Journal, 21./22.07.2007

Über das Gedicht "Gemeinde":
Selten habe ich in der Gegenwartslyrik für unendliche Verlassenheit poetische Bilder von solch tragischer Ironie gefunden.
FAZ, Frankfurter Anthologie/Walter Hinck, 25.08.2007

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