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Elias Bierdel

Fucking Greece

Wem nützt die "Griechenland-Krise"?

Genre: Sachbuch/Essay
Seiten: 44
ISBN: 978-3-944566-40-5
Bemerkung

EUR 5,00

Anzahl

Zukunftsängste und das Gefühl der tiefen Demütigung prägen seit Jahren das Lebensgefühl vieler Menschen in Griechenland. Dabei wird keineswegs ignoriert, dass es vor allem die eigenen Regierungen waren, die dem stolzen Volk der Griechen den Schlamassel eingebrockt haben, in dem es sich jetzt befindet.

Gerade deshalb haben die Wählerinnen und Wähler mit SYRIZA der einzigen politischen Kraft zur Mehrheit verholfen, deren Repräsentanten durchweg unverdächtig sind, mit den alten Eliten und Machtkartellen gemeinsame Sache zu machen. Die Entschlossenheit, mit Vetternwirtschaft, Korruption und Klientelpolitik aufzuräumen, wird von weiten Kreisen der griechischen Bevölkerung unterstützt, selbst von jenen, die den politischen Newcomern bisher nicht ihre Stimme geben mochten. Umso schmerzlicher ist es für die GriechInnen nun, dass in dieser heiklen Phase ihrer Geschichte in der Europäischen Union jedes Verständnis für ihre Situation zu fehlen scheint.

Freunde in Griechenland, die nach fünf Jahren unter zunehmend harten Sparauflagen ihre Existenz bedroht sehen, haben mich immer wieder bedrängt, zu der verleumderischen Propaganda, der sie sich im Ausland ausgesetzt sehen, Stellung zu beziehen.

Die regelrechte Hetze, die vor allem in Deutschland die öffentliche Diskussion um vermeintlich "raffgierige und undankbaren Griechen" beherrscht, fügt der verwundeten griechischen Volksseele täglich weitere Verletzungen zu. Die selbstzufriedene Heuchelei, die aus vielen Wortmeldungen spricht, ist längst auch für Nicht-Griechen kaum mehr zu ertragen.

Ich glaube kaum, dass der gegen Griechenland inszenierte "Sturm der Entrüstung" kurzfristig aufzuhalten ist. Zu mächtig sind die Kräfte, die ihn entfesselt haben. Aber ich will mich wenigstens an die Seite derer stellen, die es versucht haben.

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