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Matthias Buth

Der Rhein zieht eine Serenade

Gedichte

Genre: Lyrik
Seiten: 132
ISBN: 978-3-941037-26-7
Bemerkung 19,5 x 13,0 cm, gebunden mit Schutzumschlag

EUR 20,00

Anzahl

Es sind Gedichte, die erhellen und zugreifen, von existentiellen Befunden durchzogen, die Verluste markieren. Und die wieder Verbindungen aufnehmen wollen. Diese Gedichte finden und erfinden Gegenwart. Suchen, Zweifeln und ein ständiges In-Bewegung-setzen erfassen den Leser, der in die Sprachexkursionen einbezogen wird. Der Ausweglosigkeit der condition humaine nicht entsprechen zu wollen, bezeichnet den Kontrapunkt der Lyrik von Matthias Buth. Ein elegischer Grundton - immer wieder ironisch durchbrochen - bestimmt die anspielungsreichen Verse, besonders die zehn Psalmen, mit denen der Autor in der Gegenwartslyrik Neuland betritt.

PRESSESTIMMEN

Buth ist ein weitgereister malender Poet ...
... geradezu schmerzend in seiner grausamen Lakonie, die alles sagt.
Lesart 1/10; Eckart Kleßmann

Hier spricht [einer], der nachtrauert, seine Trauer jedoch mit nüchternem Scharfblick und einer wohldosierten Prise Heinescher Ironie bricht. Buths lyrische Stimme ist leise, aber intensiv, unaufdringlich, aber durchdringend. Daß Buth die modernistische, auf Experimente setzende Rede zu zerfahren ist, macht er mit seinem musikalischen Duktus deutlich, daß er trotzdem modern bleibt, beweisen sein Vokabular und buchstäblich seine Weltanschauung.
[...]
Das ist auch die Aufgabe, der sich Matthias Buth stellt: Witterung aufnehmen, den zeitfernen Echos nachlauschen, ihnen eine Sprache verleihen.
[...]
Er will die Wirklichkeit aufbohren, und die Metapher ist ihm hierfür die geeignete Sonde.
[...]
Buths Gedichte sind weniger Vergewisserungen über einen Endzustand als Notizen transitorischer Momente, die im ICE oder auf freier Streckte stattfinden können.
[...]
Er beherrscht die heikle Balance zwischen nüchternem Registrieren, zurückgehaltenem Zorn und elegischer Anklage.
[...]
Zeitgenosse zu sein bedeutet, kritisches Mitleid mit der von einer tragfähigen Sprache abgeschnittenen Kreatur zu haben. Das Leitmotiv der verfehlten Kommunikation, die Vereinzelungen des Menschen in seinem "Ich-Verlies", zieht sich durch den gesamten Band. Höchstens die Natur-Sprache gewährt einen Ausblick ins Offene: "In Assisi beschriften Mauersegler den Nachmittag." Doch selbst wenn die Kommunikation nur aus "Endlosschleifen" und "Zwischenräumen" besteht, ist sie noch wie einst beim alttestamentarischen Sänger David, zu Psalmanrufungen fähig. Gottzweifel ist zwar Sprachzweifel, aber eben auch die Erkenntnis: "Nein nicht erst im Verschwinden aus den Dingen / Schon jetzt ist er möglich / Der Himmel." In Buths zehn Psalmen, die gedanklich im Mittelpunkt des Bandes stehen, wird qua Sprache eine Verbindung gezogen zwischen einem liebenden, erotisch-leiblichen Du und dem Du eines Gottes.
Das Schreiben auf ein Du hin ermöglicht auch die Erinnerungsarbeit, das Vergegenwärtigen von Geschichte angesichst des Individuums, so daß auch die Namen der Toten - "Zwei auf Usedom", "TransNamib" - Bestandteil des Gedichts werden können.
Matthias Buths lyrische Sprache verfügt über verschiedene Register, um die Komplexität des Lebens darzustellen, sie ist jederzeit auf das Wesentliche reduziert. [...] Sie nimmt sich ihrer Beobachtungen mit existentiellem Ernst an.
[Sie zeichnet] Bilder einer schwerelosen Melancholie, die der Dichter überallhin wie Türen aufstößt: in der Musik, in der Kunst, in Landschaften.
Jürgen Brôcan, Mut Nr. 515, September 2010

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